Foto Auferstehungskirche und Gemeindehaus
In Theesen im Zentrum: Die Auferstehungskirche

Flauti Parlandi - das Flötenorchester aus Theesen

Flauti Parlandi 2021 Foto von Horst Ulrich Berning

(Foto: Horst Ulrich Berning)

2 Jahre Pandemie: Rückblick und Hoffnung für die Zukunft

Liebe Gemeinde – liebe Musikliebhaber*innen,

von den enormen Einschränkungen, vor allem auch in der Kulturlandschaft, wurde viel geschrieben, wie aber sieht es wirklich aus für all die Chöre, für die Musikkreise, die mit großen Abständen versuchten zu proben? 
Tatsache ist, dass so etliche Kreise der Musik auf Grund dieser Bestimmungen aufgeben mussten, leider nicht mehr existieren! Niemand, der tatsächlich zu den Musikkreisen gehört, kann nachempfinden, geschweige denn sich vorstellen, wie schwierig es war und ist, zu proben, aufeinander zu hören und nicht zu verzagen!
Ich möchte an dieser Stelle stellvertretend für viele Musikkreise aufzeichnen, wie Flauti Parlandi sich nicht „unterkriegen“ ließ und treu zu den schwierigen Proben kam:
Vor 2 Jahren begannen wir wochenlang in kleinsten Gruppen zu viert bzw. fünf Spielern und 4 m Abstand zu jedem einzelnen zu proben, was bedeutet, dass man sich gegenseitig nicht hören konnte! Welch eine Ausdauer und Liebe zur Musik und Liebe zum eigenen Musikkreis muss also ein Spieler mitbringen…!? Wenn sich allmählich auch die Abstände verringerten und wir schließlich mit 9 Spielern in der Kirche proben durften, kam zu diesen Schwierigkeiten der spezielle Kirchenhall hinzu. Wir verstanden uns gegenseitig nicht mehr und dennoch versuchten wir, an unserem Programm für das bereits abgesagte Konzert „Sehnsucht nach dem Frühling“ des Jahres 2020 festzuhalten.  Zu den großen Abständen, dem störenden Kirchenhall gesellten sich nun als 3. Problem die kühlen Temperaturen der Herbstzeit hinzu und macht das Proben in der Kirche für fast unmöglich.
Doch die Kirchengemeinde ließ uns nicht im Stich: Ein Hoffnungsschimmer am Horizont:
Dank des verringerten Abstandes von inzwischen 2 m durften wir nun im großen Saal unseres Gemeindehauses weiterproben, welches uns aufatmen und wieder Freude und Hoffnung schöpfen ließ.

An dieser Stelle möchte ich zunächst unserer Kirchengemeinde danken, die alles getan hat, damit wir und auch alle anderen Kreise weiter an ihren Probenzeiten festhalten konnten. Ebenso gilt der Dank meinem eigenen Ensemble, das mit neuen Kräften an unserem Advents-Weihnachtsprogramm für den Musikalischen 2.Advent sich einsetzte. Doch das Virus kennt keine Grenzen, kennt nicht das menschliche Gefühl, schlägt wieder um sich, so dass das inzwischen gut einstudierte Programm abgesagt werden musste. Nur ein abgespecktes Programm, gestaltet von 3 Spielern, hielt uns bei Laune! Es ist ein stetiges Auf und Ab, Hoffen und Bangen und das zehrt schließlich auch an Flautis Nerven.

Auch wenn zum Frühling/Sommer hin sich das „Virus“ versteckt, wir Menschen aufatmen und mit neuem Mut wieder an unser festgestecktes Ziel, dem Konzert  „Sehnsucht nach dem Frühling“ festhalten, aktiv proben…und dann wieder resignieren müssen...droht auch so einem einst standfesten Ensemble schwere Zeiten.

Mit dem Aufruf, am 4. Advent 2021 bei einem großen gemeinsamen Weihnachtskonzert in der Marienkirche mit drei weiteren Chören im Rahmen des Jöllenbecker Weihnachtsmarktes ein ansprechendes Weihnachtsprogramm zu präsentieren, schien zunächst die Welt wieder in Ordnung. Wir schöpften neue Kraft, freuten uns auf dieses gemeinsame Konzert. Doch die Freude währte leider nicht lang, das leidige Corona-Thema war wieder in aller Munde: abermals musste alles abgesagt werden! Ich glaube nur Musiker können an dieser Stelle nachempfinden, wie bedrückend solch enttäuschende Situationen sind und grundsätzlich das Fortbestehen von Ensemble empfindlich in Gefahr bringen. So manch einer resigniert, hat Sorge um sein eigenes Leben und das seiner engsten Familienangehörigen. Die Frage wird immer lauter: Was ist wichtiger, Musik machen oder sich zurückziehen? Bleiben Ensemble bestehen – was müssen wir an dieser Stelle tun? Fragen, Fragen, Fragen…

Wie vor genau 2 Jahren stehen wir wieder an der gleichen Stelle, dürfen mit höchstens 10 Spielern den Gottesdienst (Epiphanias) am 9. Januar 2022 musikalisch gestalten. Es werden Musikstücke aus Renaissance bis zur Romantik erklingen, Werke von M. Franck, M. Praetorius, J. S. Bach, sowie der russ. „Gesang der Cherubim“ von D. Bortnjanskij und schließlich „Tollite hostias“, der Schlußchor aus „Oratotio de Noel“ op. 12 von Camille Saint-Saens. Wir hoffen und wünschen uns, dass wir alle - in Verbindung mit dem Wort Gottes – Prädikant Friedbert Nowitzki – neue Kraft für das Jahr 2022 schöpfen.

Mögen wir mit Hoffnung und Zuversicht ins Neue Jahr schauen, gesund bleiben und immer wieder neue Kraft schöpfen, um mit frischem Mut ans Werk zu gehen!

In diesem Sinn grüße ich unsere Großgemeinde

Christel Weihrauch

Flauti Parlandi stelllen sich vor

Das Flötenensemble wurde von Christel Weihrauch im August 1999 gegründet.
Das Ensemble besteht aus ca. 17 – 18 Spielern/innen im Alter von 20 bis 80 Jahren, die in lockerer, fröhlicher Atmosphäre Musikstücke erarbeiten.
Die Flötenspieler kommen nicht nur aus Theesen, sondern auch aus dem weiteren Umkreis Bielefelds.
Das Repertoire des Ensembles umfasst Literatur von der Renaissance bis zur Moderne – gespielt wird auf allen Blockflöten von der kleinsten, dem Sopranino über Großbässe bis zu den Subbässsen, sowohl Barock- als auch Renaissanceinstrumente.
Je nach Musikstil kommen auch Querflöten und Rhythmusinstrumente zum Einsatz.

Wer Freude an Blockflötenmusik hat, ist jederzeit herzlich willkommen:
Wer hat Lust, bei diesen interessanten Musikstücken mitzuwirken?

Wir suchen insbesondere Interessenten tiefklingender Instrumente. Instrumente können vom Ensemble auch ausgeliehen werden.

Flauti Parlandi spielen in Gottesdiensten und gestalten pro Jahr 2 meist themenbezogene größere Konzerte. Auf Anfrage treten sie auch im weiteren Umfeld Bielefelds auf.

Mehr Infos auf der eigenen Webseite: www.flauti-parlandi.de