In Jöllenbeck im Zentrum: Die Marienkirche
In Jöllenbeck im Zentrum: Die Marienkirche

25 Jahre Pfarrer in Jöllenbeck

„Ich habe die Handschrift Gottes in meinem Leben spüren dürfen.“
Das ist das Fazit, das Dr. Andreas Kersting nach 25 Jahren Dienst als Pfarrer in Jöllenbeck zieht.

Am 1. Januar 1994 fing er seine Tätigkeit als neu gewählter Seelsorger an.
Ab März 1994 wohnte er auch hier. Von Anfang an haben ihm die Freundlichkeit und Herzlichkeit vieler Jöllenbecker gefallen. In seinem Dienst fühlte er sich sofort getragen. Eine 94-Jährige sagte ihm bei der ersten Begegnung: „Pastor Kersting, ich werde für sie beten.“
Ein wunderbares Netzwerk mit tragfähigen Beziehungen ist seitdem gewachsen. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen seine Arbeit mit. Viele Initiativen hat es in dieser Zeit gegeben. Nicht alles hat Bestand gehabt. Aber davon lässt sich Andreas Kersting nicht entmutigen. „Ich bin auch sportlich gesehen der Ausdauertyp“ bringt er es auf den Punkt.
Im Rückblick gab es vieles, an das er sich dankbar erinnert: Besonders für Kinder und Jugendliche schlägt sein Herz. Die Entwicklung in der Jugendarbeit  freut ihn. Er will seine Offenheit für die Ideen der jungen Leute auch in Zukunft bewahren. Die Punkt6-Gottesdienste, die von einem großen Mitarbeiterteam verantwortet werden, liegen ihm besonders am Herzen.
Daneben nennt er die Leitbildentwicklung in der Gemeinde als einen erfreulichen Schwerpunkt. Immer wieder den Glauben und die Bibel ins Spiel zu bringen, ist sein Anliegen. „Was betrifft mich? Was macht mich als Christenmenschen aus?“ Diese Fragen kehren immer wieder im Gesprächskreis „Deelentreff“ und im niedrigschwelligen Angebot „Singen und Klönen“. Dazu gibt es seit einigen Jahren den Alpha-Kurs, einen Glaubenskurs für Erwachsene.

Ein Highlight in seiner Dienstzeit war für ihn im Nachhinein die Renovierung der Marienkirche, auch wenn es bei diesem Prozess sehr schwierige Zeiten gab. Und dann gibt es natürlich noch die Vereinigung der drei Kirchengemeinden Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf zur „Ev.-Luth. Versöhnungs-Kirchengemeinde Jöllenbeck“.
Unterm Strich hält Andreas Kersting das Zusammenkommen der Gemeinden für gelungen, weil man in den drei Zentren die meisten Menschen auf diesen Weg mitnehmen konnte. Dennoch wird das Zusammenwachsen noch Geduld und Zeit brauchen. Andreas Kersting hat keine Statistik geführt, wie viele Menschen er getauft, konfirmiert, getraut oder beerdigt hat. Dafür hat er seine Predigten aufbewahrt- stapelweise.

Welche Wünsche und Pläne hat er für die Zukunft? „Ich möchte Zeit behalten für die Dinge des Dienstes, die ich für wichtig halte, nicht in Routine verfallen, Impulse setzen und weiter an der Gemeinde für morgen bauen, mich geistig und geistlich frisch halten.“
Im Beruf gesund zu bleiben wünscht er sich.
Schließlich wird er nicht nur von der Gemeinde gebraucht, sondern auch von seiner Familie: von seiner Frau Susanne, die ihn all die Jahre unterstützt hat, von den Söhnen Yanis und Felix und von Theo, seinem kleinen Enkel. Vielen Dank, Andreas Kersting - und Gottes Segen für dich und deine Familie.

Text/Foto: Jürgen Michel